Kurz gesagt: Für die KI-Antworten von Google gibt es laut Google keine Sondertricks: Ihre Seiten müssen im Index sein, einen Textauszug zeigen dürfen und Menschen wirklich weiterhelfen. Für ChatGPT kommt ein technischer Punkt dazu: Der Suchcrawler OAI-SearchBot muss Ihre Website abrufen dürfen. Mit einem gepflegten Google-Unternehmensprofil schaffen Sie zusätzlich gute Voraussetzungen für mehr Sichtbarkeit in KI-Antworten.
Wo KI-Antworten heute erscheinen
Bei Google gibt es zwei KI-Funktionen. Die „Übersicht mit KI“ (englisch AI Overviews) fasst komplexe Themen zusammen und ist seit Ende März 2025 in Deutschland verfügbar, auf Deutsch und auf Englisch. Der „KI-Modus“ (AI Mode) ist für Fragen gedacht, die mehr Recherche, Abwägung oder Vergleiche brauchen. Er ist seit Anfang Oktober 2025 auf Deutsch in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzbar. Beide Funktionen zeigen Links zu den Websites an, aus denen die Informationen stammen.
Dazu kommt ChatGPT mit einer eigenen Suche. Auch dort können Websites als Quelle erscheinen, sofern der passende Crawler von OpenAI sie abrufen darf.
Für Sie als Betrieb bedeutet das: Ihre Website kann in einer KI-Antwort genannt und verlinkt werden. Das setzt aber voraus, dass die Systeme Ihre Inhalte überhaupt finden und verstehen können. Genau dort setzen die folgenden Schritte an.
Die gute Nachricht: Kein Sonderweg nötig
Rund um die KI-Suche kursieren viele neue Begriffe und Tipps. Google selbst hat dazu Leitfäden für Website-Betreiber veröffentlicht, und die Aussagen darin sind erfreulich bodenständig:
- Es gibt keine zusätzlichen Anforderungen für die Übersicht mit KI oder den KI-Modus. Eine Seite muss indexiert sein und in der Google-Suche mit einem Textauszug (Snippet) angezeigt werden dürfen.
- SEO bleibt wichtig. Die Art, wie Google Seiten findet und verarbeitet, ist laut Google auch die Grundlage für die KI-Systeme. Alle bisherigen Empfehlungen zur technischen SEO gelten weiter.
- Eine llms.txt oder andere spezielle KI-Textdateien brauchen Sie laut Google nicht. Solche Dateien werden nicht bevorzugt behandelt.
- Sie müssen Texte nicht künstlich in kleine Häppchen zerlegen. Die Systeme erkennen mehrere Themen auf einer Seite und zeigen den passenden Teil an.
- Ein besonderes schema.org-Markup ist für die KI-Funktionen nicht nötig.
Mein Rat: Stecken Sie Zeit und Budget lieber in gute Inhalte und eine saubere Website als in Spezialdateien. Wenn Sie die Grundlagen auffrischen möchten, finden Sie bei mir einen Überblick zu SEO und lokaler Sichtbarkeit.
Schritt 1: Inhalte schreiben, die echte Fragen beantworten
Google empfiehlt einzigartige Inhalte, die nicht austauschbar sind und Besuchern wirklich helfen. In der KI-Suche stellen Menschen außerdem längere, genauere Fragen und auch Rückfragen. Die Systeme können eine Frage in mehrere verwandte Suchanfragen zu Unterthemen aufteilen. Google nennt das „query fan-out“. Je mehr dieser Unterthemen Ihre Website gut beantwortet, desto mehr Gelegenheiten gibt es, als Quelle aufzutauchen.
Ein Beispiel: Für einen Sanitärbetrieb im Rheinland reicht eine Seite „Leistungen: Bad“ mit drei Stichworten nicht aus. Besser ist eine Seite, die erklärt, wie ein Badumbau abläuft, wovon die Kosten abhängen, was Kunden vorab klären sollten und in welchen Orten Sie arbeiten.
So gehen Sie vor:
- Sammeln Sie die zehn Fragen, die Ihnen am Telefon, in der Praxis oder auf der Baustelle am häufigsten gestellt werden.
- Beantworten Sie jede Frage auf Ihrer Website klar und konkret, am besten mit einer eigenen Zwischenüberschrift pro Frage.
- Schreiben Sie aus Ihrer Erfahrung: Was machen Sie anders, worauf achten Sie, was raten Sie Ihren Kunden? Genau das macht Inhalte nicht austauschbar.
- Nennen Sie Ihr Einzugsgebiet, Ihre Erreichbarkeit und den Weg zur Kontaktaufnahme ausdrücklich im Text.
- Ergänzen Sie eigene Fotos und, wenn möglich, kurze Videos. Die KI-Funktionen von Google können auch Bilder und Videos zeigen.
Schritt 2: Struktur und Technik in Ordnung bringen
Google empfiehlt eine gute Nutzererfahrung auf der Seite. Prüfen Sie Ihre Website anhand dieser Punkte:
- Die Seiten werden auf Smartphone, Tablet und Computer gut dargestellt.
- Die Seiten laden schnell.
- Der Hauptinhalt ist klar vom Rest getrennt, also von Menü, Seitenleisten und Hinweisbannern.
- Jede Seite hat eine eindeutige Hauptüberschrift und sinnvolle Zwischenüberschriften.
- Wichtige Seiten sind nicht versehentlich für Suchmaschinen gesperrt und dürfen einen Textauszug zeigen.
Zu strukturierten Daten, also maschinenlesbaren Angaben wie Adresse oder Öffnungszeiten: Sie sind für die KI-Funktionen kein Muss. Wenn Sie sie verwenden, müssen sie zum sichtbaren Inhalt der Seite passen. Sonst ignoriert Google sie meistens.
Technische Punkte wie Ladezeit, Darstellung auf dem Smartphone oder versehentliche Sperren sind für Laien schwer zu erkennen. Im Rahmen der Wartung und des Supports Ihrer Website prüfe ich solche Dinge regelmäßig für Sie.
Schritt 3: Google-Unternehmensprofil pflegen
KI-Antworten können lokale Unternehmensdaten und Produktinformationen enthalten. Google empfiehlt dafür das Google-Unternehmensprofil (Google Business Profile) und für Onlineshops das Merchant Center. Für lokale Betriebe in NRW ist das Profil damit ein wichtiger Baustein. So halten Sie es in Ordnung:
- Name, Adresse und Telefonnummer stimmen genau mit den Angaben auf Ihrer Website überein.
- Kategorie und Leistungen sind vollständig eingetragen.
- Die Öffnungszeiten sind aktuell, auch an Feiertagen und in Betriebsferien.
- Eigene Fotos zeigen Ihren Betrieb, Ihre Arbeit und Ihre Räume.
- Das Profil verlinkt auf die passende Seite Ihrer Website.
Wie Sie Ihr Profil und Ihre Website Schritt für Schritt für die Region aufstellen, lesen Sie in meinem Ratgeber Lokales SEO: In 10 Schritten in Ihrer Region gefunden werden.
Schritt 4: ChatGPT den Zugang erlauben
OpenAI nutzt mehrere Crawler, also Programme, die Websites abrufen. Für die Sichtbarkeit in ChatGPT ist vor allem OAI-SearchBot wichtig. Er sorgt dafür, dass Websites in der Suche von ChatGPT erscheinen. Wer ihn sperrt, taucht in den Suchantworten nicht auf. Die Seite kann dann höchstens noch als reiner Navigationslink erscheinen.
Jeder Crawler von OpenAI lässt sich in der Datei robots.txt einzeln steuern. Sie können also OAI-SearchBot erlauben und gleichzeitig GPTBot sperren, der Inhalte für das Training der KI-Modelle abruft. OpenAI hat klargestellt, dass OAI-SearchBot keine Trainingsdaten sammelt.
Ein Punkt, den man leicht übersieht: Wenn Ihre Website eine Firewall oder einen Bot-Schutz nutzt, kann dieser Zugriffe von OpenAI blockieren, obwohl die robots.txt sie erlaubt. OpenAI empfiehlt deshalb, Anfragen aus den veröffentlichten IP-Bereichen zuzulassen. Fragen Sie Ihren Hoster oder Ihren Website-Betreuer, ob das bei Ihnen eingerichtet ist.
| Ziel | Was zuständig ist | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Quelle in der Übersicht mit KI und im KI-Modus | Normaler Google-Index | Seiten indexierbar halten, Textauszug erlauben |
| Lokale Angaben in Google-KI-Antworten | Google-Unternehmensprofil | Profil vollständig und aktuell halten |
| Produkte in Google-KI-Antworten | Merchant Center | Produktdaten pflegen |
| Quelle in der ChatGPT-Suche | OAI-SearchBot | In robots.txt und Firewall erlauben |
| Kein Training der OpenAI-Modelle | GPTBot | In robots.txt sperren, falls gewünscht |
Erfolg messen: Was Sie sehen können
Besuche, die über die Übersicht mit KI oder den KI-Modus kommen, zählt die Google Search Console zum normalen Suchverkehr. Einen eigenen Bericht dafür gibt es nicht. Sie können den Erfolg also nicht exakt herausrechnen, aber Entwicklungen beobachten:
- Schauen Sie einmal im Monat in der Search Console auf Klicks und Impressionen Ihrer wichtigsten Seiten.
- Stellen Sie Google und ChatGPT selbst die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, etwa nach Ihrer Leistung in Ihrer Stadt.
- Notieren Sie, ob und mit welcher Seite Ihre Website als Quelle genannt wird.
- Verbessern Sie die Seiten, die zu wichtigen Fragen noch nicht auftauchen, und prüfen Sie nach einigen Wochen erneut.
Seien Sie dabei realistisch: Welche Quellen eine KI-Antwort nennt, entscheiden die Systeme selbst. Niemand kann eine Nennung garantieren. Mit hilfreichen Inhalten, sauberer Technik und einem gepflegten Profil verbessern Sie aber Ihre Chancen deutlich gegenüber einer veralteten oder schwer erreichbaren Website.
Quellen
- Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website
- Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search
- Google Search Central Blog: Succeeding in AI search
- Rizen Metrics: Google AI features and your website
- SMB Tech: Google tells website owners how to optimise for AI search features
- Coywolf: Google's AI optimization tips for search
- inblog: Google AI search SEO guide
- fusepro: Google AI Overviews starten offiziell in Deutschland
- SEO Südwest: Google AI Mode kommt auch nach Deutschland
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- PPC Land: OpenAI revises ChatGPT crawler documentation
Dieser Artikel gibt den Stand vom 28.10.2026 wieder.
Häufige Fragen zur Sichtbarkeit in KI-Antworten
Wie komme ich in die Google KI-Übersicht?
Laut Google gibt es dafür keine zusätzlichen Anforderungen. Ihre Seite muss im Google-Index sein und mit einem Textauszug angezeigt werden dürfen. Hilfreiche, einzigartige Inhalte und eine technisch saubere Website verbessern Ihre Chancen.
Brauche ich eine llms.txt für ChatGPT und Google?
Für die KI-Funktionen von Google brauchen Sie laut Google keine llms.txt, solche Dateien werden nicht bevorzugt behandelt. Wichtiger sind gute Inhalte und eine saubere Technik.
Warum wird meine Website in ChatGPT nicht als Quelle angezeigt?
Ein möglicher Grund ist, dass der Crawler OAI-SearchBot Ihre Website nicht abrufen darf, etwa durch die robots.txt oder eine Firewall. OpenAI empfiehlt, ihn zu erlauben und Anfragen aus den veröffentlichten IP-Bereichen zuzulassen.
Kann ich ChatGPT-Suche erlauben und KI-Training verbieten?
Ja. Laut OpenAI lassen sich die Crawler in der robots.txt einzeln steuern. Sie können OAI-SearchBot für die Suche erlauben und GPTBot, der Inhalte für das Training abruft, sperren.
Hilft das Google-Unternehmensprofil bei KI-Antworten?
Google empfiehlt das Unternehmensprofil ausdrücklich, damit lokale Unternehmensdaten in KI-Antworten erscheinen können. Halten Sie Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen und Fotos vollständig und aktuell.
Sehe ich in der Search Console Besucher aus der KI-Übersicht?
Nicht getrennt. Besuche über die Übersicht mit KI und den KI-Modus werden zum normalen Suchverkehr gezählt, einen eigenen Bericht gibt es nicht.
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