Kurz gesagt: Was eine Website für Ihr Unternehmen kostet, hängt vor allem von fünf Dingen ab: wie viele Seiten sie hat, wer Texte und Bilder liefert, welche Funktionen sie braucht, auf welchem System sie läuft und welche laufenden Kosten für Hosting, Wartung und Updates dazukommen. Wenn Sie diese Posten für Ihr Vorhaben kennen, können Sie Angebote sinnvoll vergleichen. Konkrete Preise nenne ich hier bewusst nicht, weil sie ohne Ihr konkretes Vorhaben wenig aussagen.
Warum es keinen Einheitspreis gibt
Die Frage nach den Kosten höre ich in fast jedem Erstgespräch. Die ehrliche Antwort ist: Eine Website ist eher mit einem Umbau vergleichbar als mit einem Produkt aus dem Regal. Ein Handwerksbetrieb mit wenigen Seiten und einem Kontaktformular braucht etwas anderes als eine Praxis mit Online-Terminbuchung oder ein Betrieb, der Waren über einen Onlineshop verkauft.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: Ein Teil der Kosten fällt einmalig bei der Erstellung an, ein anderer Teil jedes Jahr. Wer nur den Erstellungspreis vergleicht, vergleicht häufig zwei sehr unterschiedliche Leistungen. Einen ersten Überblick über meine Herangehensweise finden Sie auf der Seite Was kostet eine Website?.
Faktor 1: Umfang und Seitenzahl
Jede Seite muss geplant, gestaltet, mit Inhalt gefüllt und getestet werden. Deshalb ist die Seitenzahl ein guter erster Anhaltspunkt für den Aufwand. Typisch für kleine Unternehmen sind:
- eine Startseite, die in wenigen Sekunden zeigt, was Sie anbieten und wo Sie tätig sind
- eine Seite pro wichtiger Leistung, damit Interessenten und Suchmaschinen Ihre Angebote einzeln finden
- eine Seite über Sie und Ihr Team
- eine Kontaktseite mit Anfahrt und Erreichbarkeit
- Seiten mit rechtlichen Angaben
Den Aufwand erhöhen außerdem ein individuell entworfenes Design statt einer angepassten Vorlage, mehrere Sprachen und viele unterschiedliche Seitentypen, etwa für Projekte, Stellenangebote oder Veranstaltungen.
Ihr Schritt: Schreiben Sie eine einfache Liste aller Seiten, die Sie sich vorstellen. Markieren Sie, welche zum Start nötig sind und welche später folgen können. Diese Liste ist die beste Grundlage für jedes Angebot.
Faktor 2: Texte und Bilder
Inhalte sind der Posten, den viele Auftraggeber am meisten unterschätzen. Eine schön gestaltete Website ohne gute Texte und passende Fotos wirkt leer. Die Frage ist also: Wer liefert die Inhalte?
- Texte: Schreiben Sie selbst, oder sollen die Texte professionell erstellt oder überarbeitet werden? Auch wenn Sie selbst schreiben, fällt Arbeit für Gliederung, Kürzen und Einbau an.
- Fotos: Eigene Fotos von Betrieb, Team und Arbeiten wirken am glaubwürdigsten. Ein Fotograf kostet extra, Bilder aus Bildagenturen ebenfalls. Klären Sie bei jedem Bild, ob Sie es auf Ihrer Website verwenden dürfen.
- Logo und Farben: Gibt es bereits ein Erscheinungsbild, oder muss es erst entwickelt werden?
- Übernahme alter Inhalte: Wenn eine bestehende Website ersetzt wird, müssen Inhalte gesichtet, aktualisiert und übertragen werden.
Ihr Schritt: Notieren Sie für jede Seite aus Ihrer Liste, ob Text und Bilder schon vorhanden sind, ob Sie sie selbst liefern oder ob Sie Unterstützung brauchen.
Faktor 3: Funktionen wie Formulare, Termine oder Shop
Jede Funktion bedeutet Einrichtung, Test und später Pflege. Ein einfaches Kontaktformular ist überschaubar. Deutlich mehr Aufwand machen zum Beispiel:
- Online-Terminbuchung oder Anfrageformulare mit mehreren Schritten
- ein Mitgliederbereich oder geschützte Downloads
- Anbindungen an vorhandene Programme, etwa für Termine, Rechnungen oder Warenwirtschaft
- ein Onlineshop mit Produktdaten, Zahlungsarten, Versandregeln und Bestellabwicklung
Beim Shop hängt der Aufwand stark davon ab, wie viele Produkte Sie anbieten, wie viele Varianten es gibt und wer die Produktdaten pflegt. Bei Shops und Formularen kommen außerdem rechtliche Fragen hinzu, etwa zum Datenschutz oder zur Barrierefreiheit. Welche Pflichten für Ihr Unternehmen gelten, klären Sie am besten mit einer anwaltlichen Beratung.
Ihr Schritt: Teilen Sie Ihre Wunschfunktionen in „muss zum Start“ und „wäre schön“ ein. Viele Funktionen lassen sich später ergänzen.
Faktor 4: Das System, WordPress oder TYPO3
Ich baue Websites mit WordPress und mit TYPO3. Welches System passt, hängt von Ihrem Vorhaben ab. Für die Kosten ist weniger das System selbst entscheidend als der Aufwand für Einrichtung und langfristige Pflege. Aus meiner Praxis lassen sich die beiden so einordnen:
| Aspekt | WordPress | TYPO3 |
|---|---|---|
| Typischer Einsatz | kleinere bis mittlere Websites, Blogs, kleine Shops | umfangreichere Websites, mehrere Redakteure, mehrere Sprachen |
| Erweiterungen | sehr viele Plugins, jedes braucht eigene Updates | Erweiterungen, die bei Versionswechseln mitgeprüft werden müssen |
| Update-Rhythmus | häufige Updates für den Kern, im Oktober 2026 allein zwei | Langzeitversionen (LTS) mit festen Supportzeiträumen |
| Planbarer Aufwand | laufend kleinere Updates | alle paar Jahre ein Upgrade auf die nächste LTS-Version |
WordPress: Am 06.10.2026 erschien Version 7.1.3 als Wartungs- und Sicherheitsupdate, am 28.10.2026 folgte Version 7.1.4 als Sicherheitsupdate. Auch ältere Versionszweige bekamen am selben Tag Sicherheitsupdates, und WordPress empfiehlt, sofort zu aktualisieren. Für Sie heißt das: Bei WordPress fällt regelmäßig Arbeit für Updates an, die im Wartungsvertrag oder von Ihnen selbst erledigt werden muss.
TYPO3: Jede Langzeitversion bekommt laut TYPO3-Projekt 1,5 Jahre reguläre Wartung und danach 1,5 Jahre Fehlerbehebung einschließlich Sicherheitsupdates. Für die aktuelle Version TYPO3 v14 LTS gibt es kostenlose Fehlerbehebungen bis 31.12.2027 und Sicherheitsupdates bis 30.06.2029. Der kostenlose Support für TYPO3 v12 endete dagegen am 30.04.2026. Solche Websites laufen zwar weiter, Sicherheitsupdates gibt es aber nur noch über den kostenpflichtigen Extended Long Term Support (ELTS) der TYPO3 GmbH. Planen Sie bei TYPO3 also von Anfang an ein, dass in einigen Jahren ein Upgrade auf die nächste Version ansteht.
Faktor 5: Laufende Kosten für Hosting, Wartung und Updates
Nach dem Start ist die Website nicht fertig, sondern in Betrieb. Diese Posten fallen regelmäßig an:
- Hosting und Domain: Der Speicherplatz, auf dem Ihre Website läuft, und Ihre Internetadresse. Wenn Ihnen ein Standort in Deutschland wichtig ist, finden Sie dazu mehr unter Hosting in Deutschland.
- Updates für System und Erweiterungen: Sie schließen Sicherheitslücken und halten die Website lauffähig.
- Aktuelle PHP-Version beim Hoster: PHP ist die Programmiersprache, auf der WordPress und TYPO3 laufen. Auch sie braucht Updates.
- Datensicherungen und Kontrolle: Jemand sollte prüfen, ob Sicherungen funktionieren und ob die Website nach Updates fehlerfrei läuft.
- Inhaltliche Pflege: neue Leistungen, geänderte Öffnungszeiten, aktuelle Fotos.
Wie wichtig der PHP-Punkt ist, zeigte der Oktober 2026: Am 21.10.2026 veröffentlichte das PHP-Projekt ein Update gegen zwei kritische Sicherheitslücken und betonte, dass es außer dem Update keinen vollständigen Schutz gibt. Ein WordPress-Update hilft dagegen nicht, der Hoster muss PHP aktualisieren. Außerdem endet die Sicherheitsunterstützung für PHP 8.2 nach gängigen Übersichten am 31.12.2026. TYPO3 v14 setzt mindestens PHP 8.2 voraus. Fragen Sie also nach, wer sich darum kümmert, dass Ihre Website auf einer unterstützten PHP-Version läuft.
Diese Aufgaben können Sie selbst übernehmen oder abgeben. Was ein Wartungsvertrag bei mir umfasst, lesen Sie unter Wartung & Support.
So vergleichen Sie Angebote richtig
Mit den fünf Faktoren im Kopf können Sie Angebote deutlich besser einordnen. Gehen Sie so vor:
- Gleiche Grundlage schaffen: Geben Sie allen Anbietern dieselbe Seitenliste und dieselbe Funktionsliste.
- Inhalte klären: Prüfen Sie, ob Texte, Fotos und die Übernahme alter Inhalte im Angebot enthalten sind oder ob Sie diese selbst liefern.
- Posten aufschlüsseln lassen: Bitten Sie um eine Aufteilung nach Konzept, Design, Umsetzung, Inhalten und Funktionen. Ein einzelner Pauschalbetrag lässt sich kaum vergleichen.
- Einmalige und laufende Kosten trennen: Rechnen Sie Hosting, Domain und Wartung für mehrere Jahre zusammen, nicht nur für das erste.
- Nach Updates fragen: Wer spielt Updates für System, Erweiterungen und PHP ein? Wie schnell bei Sicherheitsupdates? Was kostet ein größerer Versionswechsel?
- Zugänge und Eigentum klären: Bekommen Sie alle Zugangsdaten, und können Sie die Website später zu einem anderen Dienstleister mitnehmen?
- Schulung bedenken: Wenn Sie Inhalte selbst pflegen möchten, fragen Sie, ob eine Einweisung enthalten ist.
Wenn Sie Ihr Vorhaben mit mir durchgehen möchten, können Sie gern einen Termin für ein Gespräch buchen. Bringen Sie Ihre Seitenliste mit, dann wird es besonders konkret.
Quellen
- TYPO3 News: TYPO3 v14 LTS, The Next Generation
- TYPO3: Release-Materialien v14
- TYPO3 News: TYPO3 v12 LTS, End of Free Support
- WordPress.org News
- WordPress.org: Version 6.6.11
- PHP-Projekt: Ankündigung Sicherheitsupdate
- PHP-Projekt auf GitHub: Release PHP 8.4.27
- Codeable: PHP-Sicherheitslücke Oktober 2026
- HeroDevs: PHP End-of-Life-Daten
Dieser Artikel gibt den Stand vom 31.10.2026 wieder.
Häufige Fragen zu den Kosten einer Firmenwebsite
Was kostet eine Website für ein kleines Unternehmen?
Das hängt von Seitenzahl, Inhalten, Funktionen, dem gewählten System und den laufenden Kosten ab. Eine einfache Website mit wenigen Seiten und Kontaktformular verursacht deutlich weniger Aufwand als eine Website mit Terminbuchung oder Onlineshop. Ein seriöses Angebot ist erst möglich, wenn diese Punkte geklärt sind.
Welche laufenden Kosten hat eine Firmenwebsite?
Regelmäßig fallen Kosten für Hosting und Domain an, dazu kommt die Wartung mit Updates für System, Erweiterungen und PHP. Auch Datensicherungen und die inhaltliche Pflege gehören dazu. Rechnen Sie diese Posten beim Vergleich von Angeboten immer über mehrere Jahre.
Ist WordPress günstiger als TYPO3?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. WordPress eignet sich oft für kleinere Websites, braucht aber häufige Updates für Kern und Plugins. TYPO3 hat Langzeitversionen mit festen Supportzeiträumen, dafür steht alle paar Jahre ein Upgrade auf die nächste Version an.
Warum sind Angebote für Websites so unterschiedlich?
Oft enthalten Angebote unterschiedliche Leistungen, etwa bei Texten, Fotos, Funktionen oder der Wartung nach dem Start. Manche Anbieter rechnen nur die Erstellung, andere auch die laufende Betreuung. Geben Sie allen Anbietern dieselbe Seiten- und Funktionsliste und lassen Sie die Posten aufschlüsseln.
Kann ich Kosten sparen, wenn ich Texte und Bilder selbst liefere?
Ja, eigene Texte und Fotos verringern den Aufwand. Gliederung, Überarbeitung und Einbau fallen aber trotzdem an. Klären Sie außerdem bei jedem Bild, ob Sie es auf Ihrer Website verwenden dürfen.
Muss eine Website nach dem Start noch aktualisiert werden?
Ja, Systeme wie WordPress und TYPO3 sowie die Programmiersprache PHP bekommen regelmäßig Sicherheitsupdates. Allein im Oktober 2026 gab es zwei Updates für den WordPress-Kern und ein wichtiges PHP-Sicherheitsupdate. Ohne diese Updates bleiben bekannte Sicherheitslücken offen.
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